Universitätsklinikum Freiburg entwickelt Methode zur Kultivierung von Mini-Tumoren

Wesentlichen Beitrag zur Erforschung von Tumorzellen / Schweizer Start-up kauft das System

Die Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg i. B. hat mit der schweizerischen Firma anfass Life Technologies AG (abc biopply), eine Vereinbarung zur Übernahme einer neuartigen Technologieplattform für die dreidimensionale Kultivierung von Zellen unterzeichnet. Die in Freiburg entwickelte Methode ermöglicht es, miniaturisierte Tumore in einer körperähnlichen Umgebung studieren zu können.

In der modernen medizinischen Forschung spielt das Studium von Körperzellen eine immer größere Rolle. Nur wenn diese Zellen in einer möglichst naturnahen, also körperähnlichen Umgebung wachsen, sind die Ergebnisse wirklich aussagekräftig und auch klinisch relevant. Die Klinik für Strahlenheilkunde, unter der Leitung von Frau Professor Dr. Anca-Ligia Grosu  entwickelte hierfür eine neuartige Trägermatrix. „Mit dieser Methode ist es uns gelungen, Krebszellen in allen drei Raumdimensionen so wachsen zu lassen, wie dies auch im Körper geschieht“ sagt Dr. Andreas Thomsen, verantwortlicher Projektleiter und Miterfinder des Systems. „Das System gibt uns die Möglichkeit, Bindegewebszellen einzusetzen, die die Tumore entscheidend in ihrem natürlichen Wachstum unterstützen“. Die Methode bietet daher bereits heute bisher ungeahnte Möglichkeiten in der Erforschung von Tumoren und der Kommunikation zwischen Krebszellen und Bindegewebszellen. Die Bindegewebszellen sind in der Krebsforschung auch deshalb von zunehmendem Interesse, weil sie die Wirkung von Strahlen- und Chemotherapie abschwächen und so eine Heilung des Tumors verhindern können.

Erste Versuche haben bereits gezeigt, dass das neue System einen entscheidenden Beitrag bei der Individualisierung  der Behandlung von Krebspatienten leisten könnte.

abc biopply ist ein Schweizer Start-up-Unternehmen, das sich auf die Erforschung und Standardisierung von komplexen biologischen Systemen spezialisiert hat. Das Unternehmen will nun die Freiburger Technologieplattform in ein ausgereiftes und standardisiertes Produkt überführen, welches dann weltweit seinen Markt finden soll. „Wir erhoffen uns von der neuen Technologie und der Zusammenarbeit mit den Freiburger Forschern einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung von Tumorzellen.“, so Dr. Arne Faisst, Gründer und CEO von abc biopply. „Erste Versuche haben bereits gezeigt, dass das neue System einen entscheidenden Beitrag bei der Individualisierung  der Behandlung von Krebspatienten leisten könnte“.

Kontakt:
Dr. med. Andreas Thomsen
Projektleiter
Klinik für Strahlenheilkunde
Universitätsklinikum Freiburg
andreas.thomsen@uniklinik-freiburg.de

Dr. Arne Faisst
CEO and Member of the Board
anfass Life Technologies AG
arne.faisst@anfass.ch

Prof. Dr. med. Anca-L. Grosu
Ärztliche Direktorin
Klinik für Strahlenheilkunde
Universitätsklinikum Freiburg
anca.grosu@uniklinik-freiburg.de

Pressemitteilungen Universitätsklinikum Freiburg, 28.04.2017

Print Friendly, PDF & Email

Keine Kommentare möglich.